Endometriose ist eine chronische, gutartige Erkrankung, bei der Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, ausserhalb der Gebärmutter wächst. Dieses Gewebe kann an andere Organe angrenzen oder sogar in sie hineinwachsen. Genau wie die Gebärmutterschleimhaut reagiert es auf den Menstruationszyklus: Es baut sich auf, blutet und kann Entzündungen sowie Reizungen in der Umgebung verursachen.

Die Erkrankung ist oft schwer zu erkennen, da die Symptome sehr unterschiedlich auftreten können. Häufig betroffen sind Frauen im gebärfähigen Alter: Schätzungsweise 190 000 Frauen in der Schweiz leiden an Endometriose (Quelle: endometriose-info.ch). Manche Betroffene zeigen nur leichte oder gar keine Symptome.

Typische Beschwerden bei Endometriose

Endometriose kann vielfältige Symptome hervorrufen, unter anderem:

  • Schmerzen im Unterbauch
  • Starke Regelschmerzen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Schmerzen beim Stuhlgang oder Wasserlassen
  • Veränderungen der Blase, z. B. geringere Kapazität oder Unterbruch des Urinstrahls
  • Schwierigkeiten, schwanger zu werden
  • Chronische Müdigkeit

Die Ursachen von Endometriose sind noch nicht vollständig geklärt. Die Ursachen von Endometriose sind noch nicht vollständig geklärt. Verschiedene Faktoren scheinen jedoch eine Rolle zu spielen: Retrograde Menstruation, ein verändertes Immunsystem, hormonelle oder genetische Einflüsse, Umweltfaktoren sowie chronischer Stress.

Wie hilft Physiotherapie bei Endometriose?

Endometriose verursacht häufig starke Bauchschmerzen, die zu Muskelverspannungen im Beckenboden und Rumpf führen können. Betroffene nehmen oft eine Schonhaltung ein, atmen oberflächlich und sind in ihrer Beweglichkeit im Brustkorb oder Hüftbereich eingeschränkt.

Obwohl Physiotherapie Endometriose nicht heilt, kann sie gezielt Begleitsymptome lindern und die Lebensqualität verbessern. Zu den möglichen Massnahmen zählen:

  • Gezieltes Beckenboden-Training unterstützt durch Biofeedback und Atemübungen zur Ansteuerung und Entspannung der Muskulatur
  • Lösen von Verspannungen mittels manueller Therapie, Triggerpunktbehandlung, Faszientherapie oder Dehnungen
  • Narbenmobilisation nach Operationen
  • Steigerung der Blasenkapazität
  • Haltungskorrektur zur Entlastung von Rücken und Becken
  • Verbesserung der Durchblutung durch aktive oder passive Massnahmen
  • Förderung der Beweglichkeit im Rumpf
  • Stressabbau

Für wen ist Physiotherapie sinnvoll?

Leiden Sie an Endometriose, Adenomyose, schmerzhafter Menstruation oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr? Dann könnten die genannten physiotherapeutischen Massnahmen Ihre Beschwerden lindern. Fragen Sie Ihre Haus- oder Frauenärztin bzw. Ihren Haus- oder Frauenarzt nach einer Physiotherapie-Verordnung und wenden Sie sich an unsere Beckenboden-Spezialisten im Physiozentrum.

Mit gezielter Unterstützung durch die Physiotherapie können Sie Ihre Beschwerden reduzieren, die Beweglichkeit verbessern und wieder mehr Lebensqualität gewinnen.