Kieferphysiotherapie

Knackt es im Kiefergelenk, wenn Sie den Mund öffnen? Solange nichts weh tut, ist das nicht weiter schlimm. Etwa acht Prozent der Bevölkerung leiden aber unter Schmerzen, die durch ein fehlerhaftes Zusammenspiel der Kiefer verursacht werden.

Die Methoden der Physiotherapie können auch im Bereich der Kiefermuskulatur eingesetzt werden. Als eine der wenigen Praxen in der Region ist das PHYSIOZENTRUM auf die Behandlung von Kieferbeschwerden spezialisiert.

Dazu zählen Störungen, die durch eine Operation, einen Kieferbruch oder eine Bestrahlung mit anschliessender eingeschränkter Kieferbeweglichkeit hervorgerufen werden. Die mit Abstand häufigste Indikation, mit der wir es in der Kieferphysiotherapie zu tun haben, ist die sogenannte Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD). Dass Schädel (lateinisch Cranio) und Unterkiefer (Mandibula) nicht perfekt ineinandergreifen, kommt sehr häufig vor. Bei bis zu drei Vierteln der Leute ist das Öffnen des Mundes spür- und manchmal auch hörbar.

Von einer CMD im engeren Sinn spricht man erst, wenn die Patienten darunter leiden und sich beim Arzt oder Zahnarzt melden. Meist klagen sie ganz konkret über Schmerzen in der Kaumuskulatur, im Kiefergelenk oder in den Ohren. Oft glauben CMD-Patienten auch, dass sie unter Migräne leiden.

Gründe für CMD gibt es viele: Stress, Entwicklungsstörungen der Kiefer oder Zahnfehlstellungen können sich negativ auswirken. Eine schlechte Körperhaltung begünstigt das Problem (der Kiefer öffnet sich bei geradem Rücken reibungsloser als mit einer gekrümmten Haltung). Einer der Hauptauslöser ist das unbewusste, meist nächtliche Zähneknirschen, im Fachjargon Bruxismus genannt. Auch hier muss man differenzieren: Gelegentliches Zähneknirschen, wie es gerade bei Kindern häufig ist, ist kein nicht schädlich.

Werden die Zähne aber immer wieder und über längere Phasen hinweg mit voller Kraft aufeinander gepresst, wird es ungesund: Die Zähne verschleissen, der Zahnhalteapparat, die Kaumuskulatur, das Kiefergelenk können geschädigt werden. Auch Muskeln, die zur Stabilisierung des Kopfes dienen, können in Mitleidenschaft gezogen werden. Als wichtigster Auslöser für Bruxismus gilt Stress. Ausserdem geht das nächtliches Zähneknirschen häufig mit Schlafstörungen (Schnarchen, Schlafapnoe), Alkohol, Koffein, Nikotin oder Medikamenten einher.

Ziele der Kieferphysiotherapie
 sind:

  • Schmerzreduktion
  • Verbesserung der Gelenksfunktion und muskulären Dysfunktionen im Bereich des Kauapparates, der Halswirbelsäule und des Schultergürtels
  • Optimierung der Verhältnisse im Bereich Kopf, Nacken und Schultergürtel

Zur Erreichung dieser Ziele wendet der Kieferphysiotherapeut eine ganze Reihe von Massnahmen an:

  • manualtherapeutische Gelenksmobilisation, craniale Mobilisation
  • aktive und passive Entspannungs- und Mobilisationstechniken
  • Muskeldehnungen, Weichteiltechniken, Triggerpunktbehandlung
  • Stabilisationsübungen, Übungen zur Verbesserung der Koordination von Mund-, Zungen-, Lippen- und Halswirbelsäulenbewegungen
  • Patienteninformation über Ursachen und Bewältigungsstrategien der Beschwerden (inkl. Haltungsschulung und Tipps zum Verhalten am Arbeitsplatz)
  • Instruktion eines Heimprogrammes

Wichtig ist bei alldem die enge Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt oder Zahnarzt.

  • Bruxismus (Zähneknirschen)
  • Myoarthropathie
  • Diskusverlagerung
  • Cranio-Mandibuläre Dysfunktion
  • Störungen nach Fraktur im Kieferbereich
  • Störungen nach Bestrahlung mit anschliessender eingeschränkter Kieferbeweglichkeit
  • Störungen nach kieferchirurgischem Eingriff
  • Gesichtsschmerzen

Zahnärzte

Nicht nur Humanmediziner, sondern auch Zahnärzte sind dazu berechtigt, Physiotherapie-Verordnungen auszustellen. Wichtig ist, dass auf der Verordnung die Indikation korrekt angegeben ist (zum Beispiel "CMD" oder "Bruxismus"). Bei Fragen helfen wir Ihnen gerne weiter.

Kieferphysiotherapie wird an folgenden Standorten angeboten: