Joggen – ja oder nein?

Joggende Frau berührt ihr schmerzendes Knie

«Mein Vater leidet unter Arthrose, weil er jahrelang Joggen ging» oder «ich würde ja gerne Joggen, will mir aber meine Knie nicht kaputt machen.» Kennen Sie solche Sätze? Das Gerücht, dass Joggen schlecht für die Knie ist und Arthrose fördert, hält sich hartnäckig. Dabei ist das Gegenteil der Fall.

Joggen reduziert das Risiko für Kniearthrose

Wenn Sie Kniearthrose vorbeugen wollen, ist Joggen das Beste, was Sie unternehmen können. Der Beweis dafür liefert eine Studie von amerikanischen Wissenschaftlern. Für die Studie wurden über 2500 Personen (ab 45 Jahren) zu ihren Bewegungsgewohnheiten befragt. Weiter wurde analysiert, ob die Personen unter Knieproblemen leiden, und ob diese auf ihre Bewegungsgewohnheiten zurückzuführen sind.

Das Ergebnis könnte für alle Hobbyläufer nicht besser sein: Laufen reduziert das Risiko, eine Kniearthrose zu entwickeln. Zudem gibt es einen klaren Dosis-Wirkungs-Zusammenhang. Das heisst, wenn wir mehr und länger laufen, sinkt das Risiko sogar noch mehr.

Was ist eine Kniearthose (Gonarthrose)?

Im Kniegelenk befinden sich unter anderem Knorpel. Ein gesunder Knorpel funktioniert wie ein Stossdämpfer und ist in der Lage, Kräfte abzufangen und somit das Kniegelenk zu schonen. Leidet jemand unter Arthrose, baut sich dieser Knorpel ab. Er wird rau, rissig und verliert an Elastizität. Knochen und Gelenk reiben somit irgendwann aneinander.

Bei einer Arthrose verliert das Kniegelenk zudem die Fähigkeit, knorpelernährende Gelenkflüssigkeit (Synovia) zu produzieren. Das kann zu starken Schmerzen führen und Betroffene in ihrem Alltag wesentlich einschränken.

Wann schadet Joggen?

Jogginganfänger sollten ihrem Körper genug Zeit gönnen, um sich an die neue Belastung zu gewöhnen. Vor allem Gelenke, Sehnen und Bänder brauchen Zeit, sich anzupassen. Nur so findet ein gesunder Muskelaufbau statt.

Wer in zu kurzer Zeit zu viel will, wird oft mit den klassischen Laufbeschwerden konfrontiert. Typisch ist das sogenannte Läuferknie (Runner’s knee): Die Sehnenplatte im Kniegelenk wird zu stark beansprucht. An der Aussenseite des Gelenks entsteht ein Reizzustand. Dies kann zu Entzündungen und stechenden Schmerzen führen.

Nebst dem Läuferknie könnte ein Meniskusschaden (Joggermeniskus) auftreten. Anders als beim Läuferknie entsteht dieser nicht durch Überbelastung, sondern eher durch Fehlbelastung. Das Knie schwillt an und lässt den Jogger während dem Laufen «einsacken».

Treten während dem Laufen Schmerzen an Sehnen, Gelenken oder Bändern auf, sollten Sie diese abklären.

So stärkt Joggen Ihre Knie

Wer das Glück hat, gesunde Knie zu haben, der soll sich bei Laufkollegen Tipps holen zu Tempo, Atmung, Warm Up, Stretching etc. Wer nicht übertreibt, gönnt dem Körper viel Gutes. Bewegung bringt zum einen Sauerstoff in das Knorpelgewebe und stärkt es. Zum anderen werden Stoffwechsel-Abfallprodukte schneller abgebaut.

Weiter fördert die Bewegung die Ausschüttung verschiedener Hormone. Beim Laufen wird unter anderem Kortisol freigesetzt, das entzündungshemmend wirkt. Die Hormone Serotonin und Dopamin sorgen für gute Laune.

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