Von chronischen Schmerzen spricht man, wenn Beschwerden länger als drei Monate bestehen oder immer wieder auftreten. Viele Patientinnen und Patienten erleben dabei, dass die ursprüngliche Ursache längst abgeheilt ist – der Schmerz aber bleibt.
Das bedeutet nicht, dass „etwas kaputt ist“. Vielmehr hat sich das Nervensystem verändert.
Warum bleiben Schmerzen bestehen?
Chronische Schmerzen entstehen durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren:
- Nervensystem: wird empfindlicher (Überreaktion auf Reize)
- Bewegungsverhalten: eine Patientin bewegt sich weniger aus Angst
- Gedanken & Emotionen: Stress, Unsicherheit oder Frustration verstärken Schmerzen
- Kondition: ein Patient verliert Kraft und Belastbarkeit
Dieses Zusammenspiel nennt man den biopsychosozialen Ansatz.
Warum Schonung oft nicht hilft
Viele PatientInnen ziehen sich zurück und vermeiden Belastung. Kurzfristig kann das sinnvoll sein – langfristig jedoch:
- nimmt die Muskelkraft ab
- sinkt die Belastbarkeit
- verstärkt sich die Unsicherheit im Alltag
Der Körper „verlernt“ Bewegung.
Was hilft wirklich bei chronischen Schmerzen?
1. Bewegung – aber richtig dosiert
Eine Patientin profitiert von regelmässiger, angepasster Aktivität. Leichte Schmerzen während Bewegung sind oft unbedenklich.
2. Schmerz verstehen
Wissen reduziert Angst. Ein Patient, der versteht, dass Schmerz nicht gleich Schaden ist, bewegt sich freier.
3. Schrittweise Belastungssteigerung
Der Körper passt sich an – aber nur, wenn er gefordert wird.
4. Individuelle Physiotherapie
Gezielte Übungen helfen, Bewegungsmuster zu verbessern und Vertrauen aufzubauen.
Wie unterstützt Sie die Physiotherapie konkret?
Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten helfen Ihnen dabei:
- Bewegungsangst abzubauen
- Belastbarkeit gezielt zu steigern
- individuelle Strategien für den Alltag zu entwickeln
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