4 Pfoten für unsere Physiotherapeutin Rhea Nellen

Physiotherapie gibt es nur für Menschen? Falsch gedacht. Ganz schön viel Wissen, Geduld und Durchhaltevermögen braucht unsere Physiotherapeutin Rhea Nellen wenn sie – neben der physiotherapeutischen Arbeit mit Menschen – Hund und Co therapiert. Sie hat nach ihrem Studium der Physiotherapie (für Menschen) die Ausbildung zur Tierphysiotherapeutin absolviert.

Die Tierphysiotherapie ist wahrscheinlich genauso alt wie die Physiotherapie am Menschen.

Warum haben Tiere Probleme?

Durch Zucht haben wir unseren Vierbeiner immer mehr nach unseren Idealen geformt. Dies bringt auch Probleme mit sich. Viele Hunde sind von ihrem Verwandten, dem Wolf, bereits weit weg. Beispiele sind der Dackel mit seinem langen Rücken oder der deutsche Schäferhund mit den nach unten gezüchteten Hinterläufen. Bandscheibenvorfälle oder Hüftprobleme sind bei diesen Rassen keine Seltenheit. Das heisst allerdings nicht, dass diese Probleme zwingend auftreten müssen.

Der grosse Unterschied zwischen Mensch und Tier

Obwohl das Grundgerüst bei Menschen und Tieren ähnlich ist, gibt es in der Therapie grosse Unterschiede.

 

Kommunikation

Tiere können nicht sagen wo es weh tut. Sie können den Schmerz auch nicht beschreiben. Der Besitzer muss sein Tier gut kennen, um Auskunft geben zu können und der Physiotherapeut muss sehr gut beobachten.

Untersuchung

Tiere verstehen nicht wieso der Therapeut die Schmerzen beim Untersuchen auslöst. Die sogenannte Provokation ist wichtig, um die Problemursache zu finden. Die Tiere wehren sich. Hunde und Pferde können beissen und treten.

Anatomie

Das Grundgerüst ist ähnlich. Der Aufbau des Skeletts bzw. die Haltung unterscheiden sich aber grundlegend. Tiere gehen auf vier Beinen, was die Belastung anders verteilt als bei uns Zweibeinern.

Die Therapie mit dem Tier

Im Grunde genommen können alle Tiere physiotherapeutisch behandelt werden. Am meisten therapiert werden allerdings Hunde und Pferde, manchmal auch Katzen, Kaninchen oder Kühe. Eine Herausforderung sind die unzähligen Rassen, sowie die unterschiedliche Grösse und der Körperbau der Tiere.

Grundsätzlich gilt: Was beim Menschen physiotherapeutisch behandelt werden kann, kann auch beim Tier behandelt werden. Auch die Therapie ähnelt stark der des Menschen. Nach dem Anamnesegespräch mit dem Besitzer wird das Tier untersucht. Egal ob Mensch oder Tier – eine gute Verbindung zum Patienten aufbauen ist immer wichtig. Danach wird je nach Problem behandelt. Von manueller Mobilisation, über Ultraschall/Elektrotherapie bis zum Training ist alles dabei. Das Training zuhause ist das A und O in der Rehabilitation der Tiere. Deshalb werden die Übungen genau mit den Besitzern besprochen und angeleitet.

Wie erkenne ich, ob mein Tier zum Physiotherapeuten muss?

Tiere verbergen Schmerzen. Sie wollen ihre Schwäche nicht zeigen. Vor allem beim Tierarzt oder Tierphysiotherapeut scheint das Tier plötzlich kerngesund zu sein. Für die Besitzer ist es deshalb wichtig, das Tier genau zu kennen. Zeigt der Hund Abweichungen vom Normalverhalten? Weigert er sich, glatte Böden zu benutzen, ins Auto zu springen oder lässt er sich nicht mehr streicheln? Verändert sich der Gesichtsausdruck, die Haltung, das Gewicht und das Fell des Pferdes oder schwitzt es stark? Das alles können Hinweise für den Besitzer sein, dass etwas nicht stimmt. Häufig wenden sich Tiere der schmerzhaften Stelle zu oder beknabbern und lecken diese.

Ganz typische Zeichen sind die Veränderung der Körperhaltung sowie des Gangbildes (humpeln) und das sogenannte „Schmerzgesicht“.

Sogenannte Sägebockstellung und Schmerzhaltung beim Pferd

Die vorbeugende, prophylaktische Physiotherapie macht bei gewissen Hunderassen durchaus Sinn. Bei einem Dackel zum Beispiel ist Rückentraining empfehlenswert.

 

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