Hobbyjogger aufgepasst: Seitenstechen muss nicht sein!

Der Frühling kommt und lockt Hobbyjogger ins Freie. Voller Motivation werden die verstaubten Laufschuhe aus dem Kasten geholt. Aber bereits nach den ersten hundert Metern verdirbt es die Freude: Das Seitenstechen.

Seitenstechen ist kein seltenes Phänomen. An einem Laufevent leidet jede fünfte Person daran. Doch wie werden diese Schmerzen ausgelöst? Was kann ich dagegen unternehmen? Muss ich die sportliche Aktivität unterbrechen?

Das Seitenstechen wird von Sportlern beim Joggen, Schwimmen und Reiten ähnlich beschrieben: Die Schmerzen fühlen sich scharf stechend oder krampfartig an. Sie können in allen Bereichen des Bauches gespürt werden. Spannend ist aber, dass die Schmerzen doppelt so häufig auf der rechten Rumpfseite auftreten. Zusätzlich entstehen oftmals auch Schulterschmerzen. Diese lassen sich durch den direkten Zusammenhang über die Nervenversorgung erklären.

Aber warum und wodurch entsteht der lästige, stechende Schmerz?

Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass das Seitenstechen durch eine Reizung des Bauchfells (Peritoneum Parietale) ausgelöst wird. Das Bauchfell umgibt den ganzen Bauchraum. Ist dieser nach dem Essen und Trinken überfüllt oder der Oberkörper stark gestreckt, wird es gespannt. So entsteht eine verstärkte Reibung zwischen dem Bauchfell und der darüber liegenden Bauchwand. Diese Reibung löst die Schmerzen, die wir beim Seitenstechen verspüren, aus.

Folgende Faktoren begünstigen Seitenstechen:

  • Verstärktes Hohlkreuz und/oder verstärkte Rundung der Brustwirbelsäule
  • Sich wiederholende Bewegungen des Brustkorbes in aufrechter Haltung wie z.B. Joggen und Reiten
  • Fehler beim Essen und Trinken: vor allem Süssgetränke kurz vor dem Training

Mit den folgenden Tipps können Sie versuchen, Seitenstechen zu vermeiden:

  1. Trinken und essen Sie vor dem Sport nur noch wenig. Auf Süssgetränke oder deftiges Essen sollten Sie davor komplett verzichten.
  2. Führen Sie regelmässig – am besten zwei Mal pro Woche- ein funktionelles Rumpfkrafttraining durch. Dadurch wird Ihr Rumpf gestärkt und Sie optimieren Ihre Haltung.

Falls das Seitenstechen beim Sport trotzdem auftritt: Tief durchatmen, auf den Schmerzpunkt drücken (Vorsicht: nicht zu fest!) und eventuell die Intensität kurzzeitig reduzieren.

Interessante Fakten:

  • Laut neuesten Untersuchungen hat der Body Mass Index (BMI) keinen Einfluss auf das Seitenstechen.
  • Die Intensität des Trainings kann das Auftreten von Seitenstechen beeinflussen, allerdings kann es auch bei geringer Anstrengung auftreten.
  • Es konnte bis jetzt noch nicht geklärt werden, ob fehlendes Auf- oder Abwärmen einen Einfluss hat.
  • Auch gut Trainierte können Seitenstechen bekommen, einfach weniger häufig.

Haben Sie weitere Fragen oder sind Sie neugierig, wie Sie Ihre Haltung optimieren, Ihren Rumpf kräftigen oder Ihre Ausdauerleistung verbessern können? Unsere Physiotherapeuten beraten Sie gerne.

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