Was tun bei Tennisellbogen?

Sie haben Schmerzen am Ellbogen vor allem bei Belastung und eventuell schon seit längerer Zeit? Den Schmerz können Sie genau gewissen Punkten am Ellbogen zuordnen und Sie spüren auch ein Ausstrahlen in den Unterarm?

Entweder hört man dann oft von Bekannten: “Das ist sicher ein Tennisellbogen. Das hatte ich auch schon“ oder der Arzt stellt dies in seiner Untersuchung fest.

Tennisellbogen und Golferellbogen – was ist das?

Erkrankungen der Sehnen am Ellbogen, genauer gesagt eine Entzündung der Sehnen bezeichnet man umgangssprachlich oft als Tennis-oder Golferellbogen. Der Tennisellbogen kommt in der Praxis deutlich häufiger vor.

Tennisellbogen: Der Schmerz ist eher auf der Aussenseite des Ellbogens. Muskulär sind eher die Unterarmstrecker betroffen.

Golferellbogen: Der Schmerz ist eher auf der Innenseite des Ellbogens. Hauptsächlich ist die Beugemuskulatur betroffen.

Die Beuge- und Streckmuskeln des Handgelenks verlaufen am Unterarm und setzten innen beziehungsweise aussen am Ellbogen an einem knöchernen Punkt an. Zum Ansatz hin geht der Muskel eher in sehnige Anteile über.

Aber ich spiele doch gar nicht Tennis – warum also ich?

„1,3% der Bevölkerung erkranken an einem Tennisellbogen“

…und das unabhängig davon, ob sie Tennis spielen oder nicht.

Trotz intensiver Forschung konnten einige Fragen zur Entstehung von Sehnenerkrankungen noch nicht geklärt werden. Jedoch sind mittlerweile schon gewisse Risikofaktoren, die zur Entwicklung dieser Krankheit führen können, bekannt. Einige Beispiele:

  • Eintönige Arbeitsbelastungen mit vielen Wiederholungen über längeren Zeitraum
  • Hochintensive, schnelle Belastungen im Sport
  • Rauchen, Übergewicht und ungesunde Ernährung
  • Gewisse Grunderkrankungen wie z.B. Diabetes
  • Bestimmte Medikamente wie z.B. Kortison (v.a. über längeren Zeitraum)
  • Trainingsfehler z.B. zu schnelle Steigerung, kein Aufwärmen
  • Schlechte Technik beim Sport

Und ganz wichtig: Ein Ungleichgewicht der Muskulatur. Das bedeutet, dass eine gewisse Muskelgruppe die Schwäche einer anderen ausgleichen muss und daher mehr belastet wird.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Grundsätzlich ist vor der Behandlung durch einen Arzt oder Physiotherapeuten abzuklären, ob es sich denn tatsächlich um einen Tennisellbogen handelt. Dieser wird in der medizinischen Fachsprache auch als „Epicondylitis lateralis“ bezeichnet.

Mögliche andere Erkrankungen, die ähnliche Probleme bereiten, wären z.B. Arthrose oder eine Gelenksentzündung, Instabilität des Ellbogens, Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule und noch einige mehr.

Die Therapie der Wahl bei Tennis- oder Golferellbogen ist die Physiotherapie.

Erst wenn die konservative Behandlung (das heisst z.B. Physiotherapie) keine Erfolge bringt, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Dies ist aber nur ganz selten nötig.

Wie hilft die Physiotherapie bei Tennisellbogen?

Anfangs ist es wichtig, dass Ihr Therapeut mittels gezielter Fragestellungen, einer Bewegungsprüfung und weiteren Tests einen genauen Befund erhebt. So kann später gezielt behandelt werden.

Je nach Situation und Problemursache hat Ihr Therapeut dann eine Vielzahl an Möglichkeiten, Ihnen zu helfen. Untenstehend finden Sie einen Überblick mit einer kleinen Auswahl:

 

Aktive Massnahmen

      Passive Massnahmen

Entzündungshemmung Ultraschall, Stosswelle, Schienen und/oder Tapes
Muskelspannung

lösen

Muskeldehnungen, Bestimmte Trainingstechniken Massagetechniken, Faszientechniken und Kinesiotaping 
Weiteres Analyse/Verbesserung der Arbeitshaltung bzw. der sportartspezifischen Bewegung

 

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