Physiotherapie in den eigenen vier Wänden

Zwei Personen lächelnd vor einem Auto

Drei- bis viermal pro Woche schnappt sich Physiotherapeut Eric Hauser das Velo oder den Autoschlüssel und macht sich auf den Weg zu den Patienten nach Hause. Es gibt immer wieder Patienten, die sich Domizilbehandlungen vom Arzt verschreiben lassen. Sinn macht dies beispielsweise nach einer Operation, wenn die betroffene Person körperlich noch stark eingeschränkt ist. So dürfen Sie sich eine Domizilbehandlung von Eric Hauser vorstellen:


Wen treffe ich heute?

Ich schaue morgens als erstes in unsere Patientenagenda und informiere mich, wen ich heute treffen soll. Heute gehe ich zu Frau K., welche sich vor einigen Wochen für Physiotherapie entschieden hat und mich bereits kennt. Die Rentnerin ist unglücklich gestürzt und hat sich einen Schenkelhalsbruch zugezogen. Ihr wurde ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt und nun soll sie lernen, mit ihrer neuen Hüfte zu gehen. Da ihr Ehemann keinen Führerschein mehr besitzt, haben sich die beiden zusammen mit dem Hausarzt für diese Art von Behandlung entschieden. Das Hauptziel von Frau K.: Sie will wieder agil sein und selbstständig von A nach B gehen können.

Los geht‘s

Mit dem Auto mache ich mich auf den Weg zur Patientin. Sie wohnt in einem älteren Haus sechs Kilometer vom Physiozentrum in Wetzikon entfernt. Ihre Wohnung befindet sich im ersten Stock, Lift hat es keinen. Die Patientin kann ihre Wohnung aktuell nicht selbstständig verlassen. Mit meinen Unterlagen im Gepäck klingle ich und gehe hoch. Dort begrüsst mich Frau K. bereits strahlend an der Türe anstatt wie sonst im Wohnzimmer. Wir beide freuen uns schon bei der Begrüssung über den Fortschritt zur letzten Behandlung.

Was soll heute das Ziel sein?

Frau K. erzählt mir von den letzten Tagen. Alltägliche Dinge wie Aufstehen, Anziehen und Gehen klappen schon ziemlich gut. Das Treppensteigen allerdings bereite ihr noch grosse Mühe. Dies soll dann auch gleich das Ziel der heutigen Behandlung sein. Ich motiviere die Patientin, einen Versuch im Treppenhaus zu wagen, und erkläre ihr, wie man dies nach einer Operation am besten angeht. Sie soll das gesunde Bein zuerst belasten und erst danach, zusammen mit den Gehstöcken, das operierte.

Das Training

Im Treppenhaus angekommen, entscheiden wir uns für den Weg nach oben. Vor uns liegt eine kurze Treppe mit fünf Stufen ohne Geländer. Als wir davor stehen, schaut mich Fr. K. etwas verunsichert an. Was jetzt? Wie komme ich da sicher hoch? Nach einigen Startschwierigkeiten klappt es prompt. Frau K. steigt hoch und ist ganz überrascht, die fünf Stufen mit wenig Unterstützung geschafft zu haben. Unten klatscht ihr Ehemann Beifall. Ich erkläre ihr, dass sie beim Heruntersteigen zuerst die Stöcke platzieren, danach das operierte Bein abstellen und dann erst das gesunde Bein nachziehen soll. Sie nimmt die Stufen langsam in Angriff und kommt sicher unten an. Geschafft! Dank der richtigen Technik konnte sie ihre Angst rasch überwinden.

Ziel für das nächste Mal

Ich ergänze «Treppen steigen» auf ihrem Blatt für Heimübungen. Frau K. ist sehr motiviert, fleissig zu üben. Ob sie mich bei nächsten Mal bereits unten empfängt?


Gut zu wissen: Gerade nach einer Operation oder einem Unfall braucht es für eine rasche Rehabilitation wenig Infrastruktur. Dank der Treppe im Flur oder dem Sofa im Wohnzimmer können Eric Hauser und seine Kollegen mit dem Patient oft schon vieles üben und entsprechend Fortschritte erzielen. Mehr Infos finden Sie hier.

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