Helfen Wärmesalben und Wärmepflaster?

Fehltritt beim Wandernx

Die einen schwören bei Muskelkater auf eine wärmende Salbe. Die anderen legen beim verspannten Nacken ein wärmendes Pflaster auf. Doch wie genau helfen Salben und Pflaster eigentlich bei Schmerzen?

So entsteht Schmerz

Damit man die Wirkung von Wärmesalben und Wärmepflaster versteht, sollte man wissen, wie Schmerz entsteht: Ein Schmerz-Signal wird über die Nervenfasern zum Gehirn geleitet. Dieses kategorisiert den Schmerz und sendet die Information wieder zurück ins Schmerzgebiet. Das ist wichtig für unsere Reaktion, die je nach Trauma anders aussieht. Einige Beispiele:

  • Verbrennen wir uns auf einer heissen Platte, ziehen wir reflexartig die Hand weg.
  • Bei einer Knöchelverstauchung entlasten wir den Knöchel, da sonst eventuell noch mehr kaputt ginge.
  • Bei Verspannungen, die sich langsam immer mehr verschlimmern, versuchen wir entgegenzuwirken. Wir bewegen, wärmen oder salben die betroffene Stelle.
  • Bei chronischen Schmerzen sendet das Gehirn die Information «Schone dieses Gebiet». Als Folge davon bewegen wir uns oft weniger oder anders.

So wirkt Wärme gegen den Schmerz

Nun reiben wir eine Wärmesalbe ein, legen ein Wärmepflaster oder eine Bettflasche auf, ziehen uns warm an oder massieren uns. Die Wärme, die man auf der Haut spürt, dringt mehr oder weniger tief in die Muskelschichten ein. Die Blutbahnen erweitern sich, womit mehr Blut durch die betroffene Stelle fliesst.

Im Idealfall spüren wir die Wärme so stark, dass der Schmerz quasi überdeckt wird. Der mechanische Reiz (durch das Reiben) und der thermische Reiz (die Wärme) sind stärker in unserer Wahrnehmung als der Schmerz-Reiz. Dieser Mechanismus wird «Gate Control» genannt und ist einer der positiven Effekte einer Wärmeanwendung. Sie kann aber auch eine zweite, langfristige Wirkung haben: Da wir den Schmerz nun weniger spüren, können wir uns wieder besser bewegen und nehmen eine andere Haltung ein.

Bei welchen Schmerzen Wärme hilft

Wärme empfiehlt sich insbesondere bei:

  • Muskulären Schmerzen, beispielsweise bei Nacken- oder Schulterverspannungen.
  • Chronischen Schmerzen, die sich über Monate hinziehen. Etwa Rücken- oder Gelenksschmerzen.
  • Oberflächlichen Schmerzen, zum Beispiel bei einem verstauchten Finger, der noch Wochen nach dem Trauma schmerzt.

Wichtig ist, dass man die Wärme deutlich und möglichst lange spürt. Einige Salben wirken besser, wenn man sie richtig gut einmassiert, andere muss man nur kurz auftragen. Es ist jedoch immer ratsam, öfter einzusalben als auf einmal viel Salbe aufzutragen. Mein Favorit für eine lang anhaltende, angenehme Wärme ist die Chi Hot Creme von Pinoil.

Bei akuten, sehr starken Schmerzen machen Wärmeanwendungen keinen Sinn. Etwa wenn man sich die Hand verbrennt oder einen Knochen bricht. Hier findet eine natürliche Entzündungsreaktion statt. Die Blutgefässe erweitern sich und das Gewebe wird so automatisch wärmer. Von aussen soll dann nicht zusätzlich gewärmt sondern eher gekühlt werden.

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