Was tun bei Halskehre?

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Sie können morgens nach dem Aufwachen auf einmal den Hals kaum mehr drehen oder nur so, dass es stark schmerzt? Keine Panik. Ihr Körper wird selbst damit fertig. Ausserdem geht es vielen so wie Ihnen – besonders, wenn es draussen kalt und nass ist. Frieren wir, beginnen wir nämlich zu zittern. Dabei ziehen sich die Muskeln zusammen, inklusive deren kleinsten Fasern. Manchmal passiert es, dass sich diese nicht mehr lösen können und der Muskel in angespanntem Zustand verharrt. Blockiert sich nun das Halswirbel-Gelenk, spricht man von einer Halskehre, Nackenstarre oder auch Nackensteife. Manchmal kommt es zusätzlich zu einer Reizung oder Schwellung der Bandscheiben.

Oft genügt also ein kühler Luftzug für einen steifen Nacken: So etwa bei der Arbeit, wenn das Fenster kurz geöffnet ist. Oder wenn man verschwitzt an die kalte Winterluft geht. Oder im Sommer die Klimaanlagen zu kalt eingestellt sind. Auch beim Schlafen passiert es leicht und oft: Liegt der Nacken lange in der gleichen, vielleicht etwas verdrehten Position, kann es sein, dass sich die Muskelfasern nicht mehr lösen können und die Muskeln in angespanntem Zustand verharren.

So heilen Sie sich selbst

Eine gute Haltung am Arbeitsplatz und regelmässige Lockerungsübungen tragen viel dazu bei, eine Halskehre vorzubeugen. Kommt es trotzdem dazu, können Sie getrost ruhig bleiben. Der menschliche Körper kann sich nämlich sehr gut selbst heilen. Folgende Tipps unterstützen ihn dabei:

Am ersten Tag

  • Bei starken Schmerzen empfiehlt sich ein leichtes Schmerzmittel (zum Beispiel Dafalgan).
  • Wärme hilft, die Muskelverkrampfung im Zaum zu halten: Ziehen Sie ein Halstuch an, tragen Sie ein Wärmepflaster auf die betroffene Stelle oder gönnen Sie sich ein Bad.
  • Schützen Sie sich vor Durchzug und schliessen Sie die Fenster.
  • Achten Sie auf eine gute Sitzhaltung bei akuter Halskehre, aber auch, um diese vorzubeugen.
  • Stehen Sie zwischendurch auf und gehen Sie ein Stück. Auch kurze Spaziergänge nach der Arbeit sind hilfreich. Langes Sitzen in der gleichen Position ist generell nicht zu empfehlen.
  • Schlafen Sie auf einem festen Kopfkissen. Auch eine Nackenrolle oder eine Nackenstütze sind hilfreich, solange Sie bequem liegen.

Ab dem zweiten Tag und danach

  • Drehen Sie den Kopf leicht in die eingeschränkte Richtung, ohne dass Schmerzen entstehen. Wiederholen Sie die Übung mittags und abends je 15 Mal.
  • Bewegen Sie sich so natürlich wie möglich, sobald dies auf alle Seiten schmerzfrei und uneingeschränkt möglich ist.
  • Massieren Sie sich selbst ein wenig: Kneten Sie in kreisenden Bewegungen die Stellen oberhalb der Schultern. Dabei werden Sie spüren, welche Stellen verhärtet sind und schmerzen. Verweilen Sie einige Minuten an diesen Stellen, bis Sie spüren, dass Spannung und Schmerz nachlassen.

Nach fünf Tagen sollten Sie keine Beschwerden mehr haben. Ist das nicht der Fall oder sind die Schmerzen gar stärker, empfiehlt sich dringend eine Physiotherapie.

Das macht der Physiotherapeut

In der Physiotherapie stellen wir fest, welches Segment der Halswirbelsäule blockiert ist und welche Muskulatur betroffen ist. Als Erstes lösen wir die Muskulatur indem wir sie ausstreichen oder kneten. Dann versuchen wir, das betroffene Gelenk durch leichte, schmerzfreie manuelle Techniken zu bewegen. Nach drei Sitzungen ist die Halsstarre üblicherweise gelöst oder sie hat sich mindestens massgeblich gebessert.

Eine Übung für zu Hause, mit denen Sie Ihre Nackenmuskulatur stabilisieren können, finden Sie hier. Wie das Smartphone Nackenbeschwerden auslösen kann, beschreibt dieser Beitrag und warum eine gute Haltung nicht nur Halskehren vorbeugt, sondern auch glücklich macht, erfahren Sie hier.

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