Warum eine schlechte Haltung unglücklich macht

«Steh gerade hin! Wurden Sie dazu auch schon aufgefordert, oder hat man Sie an einem Familienessen wegen Ihrer krummen Haltung kritisiert?» – Kliniker Murat Dalkilinç erklärt in einem Video, warum solche Zurechtweisungen durch Eltern, Freunde und Arbeitskollegen zwar ärgerlich, aber keineswegs falsch sind.

Ob beim Schreiben einer WhatsApp-Nachricht, beim langen Sitzen oder beim Wandern mit schwerem Rucksack – eine gute Körperhaltung ist zentral. Warum, erklärt untenstehendes Video. Hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

Fehlhaltung verunmöglicht Anpassung an Belastungen

Die Haltung ist Grundlage jeder Bewegung und bestimmt, wie sich der Körper an Belastungen anpasst. Eine solche Belastung ist beispielsweise die Schwerkraft. Die Belastung nimmt zu, wenn wir schwer tragen oder in einer schlechten Haltung sitzen.

Damit sich der Körper trotz falscher Haltung aufrecht und im Gleichgewicht halten kann, müssen die Muskeln mehr leisten. Einige Muskeln verspannen und versteifen sich, andere werden gehemmt. Nimmt man über längere Zeit eine Fehlhaltung ein, raubt man dem Körper die Fähigkeit, sich an Belastungen anzupassen.

Schmerzen und miese Laune

Als Folge nutzen Gelenke und Bänder ab, einige Organe arbeiten weniger effizient (etwa die Lunge) und Unfälle oder Missgeschicke werden wahrscheinlicher. Eine schlechte Haltung zeigt sich oft in Rücken- oder Spannungs-Kopfschmerzen oder kann sogar eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule (Skoliose) hervorrufen.

Was vielleicht weniger bekannt ist: Eine schlechte Haltung kann sich auch negativ auf den Gefühlszustand auswirken. Oft ist man zudem generell gegenüber Schmerzen sensibler.

So sieht eine gute Haltung aus

Beim Stehen: Schaut man auf die Wirbelsäule, sollten die 33 Wirbel einer geraden Linie folgen. Der Körperschwerpunkt befindet sich direkt über dem Becken, wo wir unsere Stützung haben. So können wir uns effizient und mit kleinstmöglicher Anstrengung bewegen. Schaut man von der Seite auf die Wirbelsäule, findet man eine S-förmige Krümmung bzw. drei Kurven: beim Nacken, bei den Schultern und beim Rücken. Diese Kurven helfen uns, aufrecht zu stehen und einen Teil der Belastungen – etwa vom Gehen oder Hüpfen – aufzufangen.

Beim Sitzen sollte der Nacken vertikal ausgerichtet sein, also nicht nach vorne gebeugt. Die Schultern sind entspannt, die Arme nahe am Rumpf. Die Knie befinden sich in einem rechten Winkel, die Füsse sind flach auf dem Boden.

Können wir die Haltung nicht ändern, muss manchmal muss auch die Umgebung verändert werden – etwa, wenn wir nicht mehr sehen könnten, was auf dem Computer steht: Positionieren Sie den Bildschirm auf Augenhöhe oder etwas darunter und stützen Sie Ellbogen und Handgelenk ab.

Auch Bewegung ist wichtig

Eine gute Haltung alleine genügt allerdings nicht, um Schäden vorzubeugen. Muskeln und Bänder müssen ständig in Bewegung bleiben; Langes Stehen mit einer guten Haltung kann sogar schlimmer sein als regelmässige Bewegung mit einer schlechten Haltung! Deshalb ist Training sehr wichtig. Und Gewichte sollten nahe am Körper getragen werden. Rucksäcke beispielsweise sollten am Rücken liegen und gerade getragen werden.

 

Klicken Sie auf das Bild, um das Video zu sehen. (Für deutsche Untertitel klicken Sie im YouTube-Video rechts unten auf das Zahnrad und wählen bei den Untertiteln «Deutsch»).

«Und wenn Sie sich grosse Sorgen machen, gehen Sie zum Physiotherapeuten» – Murat Dalkilinç über die Vorteile einer guten Haltung. (Klicken Sie auf das Bild, um das Video zu sehen. Für deutsche Untertitel klicken Sie im YouTube-Video rechts unten auf das Zahnrad und wählen bei den Untertiteln «Deutsch»).

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