Schulter ausgekugelt: Was tun?

Physiotherapeutin macht eine Schulterübung mit einer Wasserflasche welche an einer Schnur über eine Türfalle hängt.

Wer sich bereits einmal die Schulter ausgekugelt hat, weiss, dass es äusserst schmerzhaft sein kann. Ist die Schulter ausserdem einmal raus, kugelt sie ohne Therapie meist ständig wieder aus; Bei den unter 30-Jährigen treten 80 Prozent der Schulterluxationen (Auskugeln) wiederholt auf. Dies rührt daher, dass eine Luxation Bänder sowie Muskeln überdehnt und ausleiert.

Was lässt sich dagegen tun? Das San-Antonio-Übungsprogramm, mit dem sich wiederholte Schulterluxationen vermeiden lassen, erklären wir weiter unten. Erst mal aber zu den wichtigsten Fragen und Antworten:

Was ist eine Schulterluxation und wie kommt es dazu?

Oberarmkopf und Gelenkspfanne werden von verschiedenen Weichteilen – von Bändern und vor allem von der Muskulatur – zusammengehalten. Aus diesem Grund ist das Schultergelenk unser beweglichstes Gelenk. Allerdings auch jenes, das am häufigsten auskugelt: 50 Prozent der Luxationen betreffen das Schultergelenk.

Meistens kugeln Schultergelenke bei Unfällen aus oder dann, wenn von aussen Kraft einwirkt. Nerven, Blutgefässe, Bänder, Knorpel und Muskeln können dabei in Mitleidenschaft gezogen werden.

Besser therapieren oder operieren?

Operieren kommt vor allem bei jüngeren Patienten in Frage, die wiederholt an Luxationen leiden und Wurfsportarten wie Volley- oder Handball spielen. Auch wenn man im Beruf viele „Überkopf“-Tätigkeiten ausführen muss, wird eine Operation in Betracht gezogen.

Eine Therapie empfiehlt sich primär bei einmaligem Schulter-Auskugeln und für Personen, die weder oft Sport treiben noch „Überkopf“-Tätigkeiten ausführen müssen.

Wie gestaltet sich die Therapie nach einer Luxation?

In der Akutphase geht es vor allem darum, das Gelenk ruhigzustellen und die Beweglichkeit des Gelenks zu verbessern. Später beginnt man mit Übungen, welche die Muskeln – oder genauer: die Rotatorenmanschette, eine Muskelsehnenplatte – stabilisieren. Bei jeder Behandlung kontrollieren wir die Stabilität der Schulter und steigern die Übungen, wo möglich. Bis die Schulter komplett rehabilitiert ist, kann es zweieinhalb bis vier Monate dauern – je nachdem, wie hoch der Verletzungsgrad ist.

Kann man Schulterluxationen vorbeugen?

Ja, das geht tatsächlich. Wie oben erwähnt, halten hauptsächlich Muskeln das Schultergelenk zusammen. Für ein stabiles Schultergelenk muss deshalb vor allem die Rotatorenmanschette trainiert werden. Dafür stellen wir Therapeuten gerne ein Übungsprogramm zusammen.

Das San-Antonio-Übungsprogramm

Ein Übungsprogramm, mit dem Sie auch zu Hause Ihre Schultern stabilisieren können, ist das «San-Antonio-Programm». In der Praxis zeigen wir Ihnen gerne die zahlreichen Alternativen auf. Ausserdem können wir da Ihre Bewegungen kontrollieren.

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1. Basteln Sie einen Flaschenzug: Binden Sie dafür eine Schnur um den Hals einer kleinen Plastikflasche.

Stehen Sie mit der nichtbetroffenen Seite zur Türfalle. Der Oberarm berührt den Oberkörper. Halten Sie den Ellbogen in einem 90-Grad-Winkel. Ziehen Sie die Schulterblätter nach unten und zur Wirbelsäule.

Nun ziehen Sie den Flaschenzug und rotieren dabei mit dem Unterarm gegen aussen.

Wiederholen Sie die Übung dreimal zehn Mal.

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2. Drehen Sie sich so, dass Sie mit der betroffenen Seite zur Türfalle stehen.

Ziehen Sie am Flaschenzug. Rotieren Sie mit dem Unterarm nun gegen innen.

Wiederholen Sie die Übung dreimal zehn Mal.

33. Drehen Sie sich so, dass Sie nun gerade vor der Türfalle stehen.

Ziehen Sie rückwärts. Ist der Arm hinten, befindet sich Ihr Ellbogen nun in einem 30-Grad-Winkel.

Wiederholen Sie die Übung dreimal zehn Mal.

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