Machen Flip-Flops die Füsse kaputt?

Füsse in FlipFlops.

Füllt der Flip-Flop-Trend die Kassen von Physiopraxen? Anders gefragt: Macht sich die Füsse kaputt, wer Flip-Flops trägt? Heute vor zwei Jahren warnten 20 Minuten und viele andere Zeitungen: „Flip-Flops sind schädlich und gefährlich“. Aufhänger der Schlagzeilen war ein Borussia-Dortmund-Fussballer, der verletzungsbedingt ausgefallen war. Sein Physiotherapeut hatte ihm  ein Flip-Flop-Verbot verschrieben.

US-Wissenschaftler hätten herausgefunden, dass mangelnder Halt und die verkrampfte Haltung der Zehen zu Schmerzen in Füssen, Beinen und Rücken führen würden, schrieb damals auch Die Welt. Gleichzeitig zitiert sie für all jene, die trotzdem nicht auf ihre Flip-Flops verzichten wollen, Ratschläge amerikanischer Orthopäden: Die Sohle sollte möglichst dick sein. Flip-Flops, die man zusammenfalten könne, seien keine gute Wahl. Ausserdem sollten die Flip-Flops weder zu gross noch zu klein sein. Sonst verkrampfe man sich die Zehen, um die Flip-Flops festzuhalten.

Schuhe müssen passen

Geht es also darum, dass die Flip-Flops einfach passen müssen? Der deutsche Orthopäde und Schuhmacher Hartmut Stinus bestätigt dies im Spiegel: „Flipflops sind ordentliches Schuhwerk – für gesunde Füße.“ Um Beschwerden zu vermeiden, müssten Flip-Flops, wie geschlossene Schuhe, vor allem eines: passen. Sowohl in der Länge als auch in der Breite. Viele Leute würden den Fehler machen, dass sie nur nach Schuhgrösse einkauften.

Die Zehen sollten bei den Flip-Flops also vorne nicht über den Rand schauen. Ausserdem sollten die Riemen eng am Fuss anliegen. Sonst rolle man nicht ab, sondern sei damit beschäftigt, die Zehen festzukrallen. Dies könne zu muskulärer Überlastung führen, schreibt der Spiegel.

Flip-Flops als Muskeltraining

Dass die Sohle dick und weich sein muss, wie die oben zitierten Orthopäden empfahlen, darf jedoch bezweifelt werden. Gemäss Untersuchungen des im Spiegel zitierten Forschers Benno Nigg gibt es keinen Zusammenhang zwischen harter oder weicher Dämpfung und Verletzungen. Was zu hart oder zu weich sei, hänge davon ab, wie gut die Muskeln trainiert seien. Entscheidend sei, dass man sich wohlfühle. Flip-Flops könnten – wie Barfusslaufen – sogar zu einer Art Trainingsgerät werden. Denn um vernachlässigte Muskeln aufzubauen, sollte man dem Fuss immer wieder neue Reize gönnen.

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