Schweigepflicht in der Physiotherapie

Eine Frau hält sich den Zeigefinger vor den Mund um Ruhe zu signalisieren.

Unterliegen Physiotherapeuten der Schweigepflicht? Oder dürfen sie Berufskollegen, Ärzten oder gar Freunden Informationen über ihre Patienten weitergeben?

Dürfen sie nicht. Wie Ärzte unterliegen Physiotherapeuten der Schweigepflicht. Das heisst, dass Privatangelegenheiten und Information über die Krankheit des Patienten gewahrt werden müssen. Nur wenn Physiotherapeuten die Einwilligung des Patienten haben, dürfen sie dem Arzt oder anderen Therapeuten Informationen weitergeben. Das gilt erst recht auch gegenüber Fremden, Familienmitgliedern, Freunden und dem Arbeitgeber.

Stillschweigende Einwilligung

Behandeln innerhalb des Teams zwei Therapeuten den gleichen Patienten, geht man jedoch von einer stillschweigenden Einwilligung für den Informationsaustausch aus.

Ausnahmen

Aufgehoben wird die Schweigepflicht nur, wenn es sich beim Problem um eine meldepflichtige Krankheit handelt oder der Therapeut bei einer Anklage vor Gericht aussagen muss.

Freiheits- oder Geldstrafe

Physiotherapeuten zählen zu den “Hilfspersonen” von Ärzten, Zahnärzten, Hebammen und Apothekern. Sie alle unterstehen, wie unter anderem auch Rechtsanwälte oder Geistliche, der Schweigepflicht nach Strafgesetzbuch (siehe Bundesverwaltung). Paragraph 203 besagt: „Wer unbefugt ein fremdes Geheimnis, namentlich ein zum persönlichen Lebensbereich gehörendes Geheimnis […] offenbart, das ihm als Arzt, […] oder Angehörigen eines anderen Heilberufs [also etwa Physiotherapeuten], anvertraut worden oder sonst bekannt geworden ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.“

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1 Kommentar

  • Michael B sagt:

    Hallo Frau Landolt. Ich habe mal eine Frage. Ich bin zum Physiotherapeuten gegangen, wir haben ein Vertrauensverhältnis aufgebaut stand nach 6 Monaten. Nach der letzten Behandlung, bekam ich von der Praxis ein schreiben, dass die physiotherapeutische Behandlung mit sofortiger Wirkung abgebrochen ist und die vereinbarten Termin gelöscht sind. Wurde im Original die Verordnung mitgeschickt, der Eigenanteil ist zu überweisen. Darf diue Praxis nicht betreten. was ist passiert? Der Physiotherapeut hat sich während der 6 Monate , beim Vorgesetzten über mich beschwert, es mir aber nicht gesagt. Auch was er über mich erzählt hat? Es fand kein ausführliches Gespräch, mit dem Physiotherapeuten statt. Ich fühle mich betrogen, hintergangen vom Physiotherapeuten und vom Vorgesetzten. Meinen Therapieerfolg ist wieder gesunken. Was würden Sie jetzt tun? Kann ich zum Anwalt gehen ( welchem Fachgebiet) Schadensersatz vom Physiotherapeuten verlangen? Kann ich zu meiner Kasse ( Heilmittelverordnung) gehen, damit die Auslagen zurueckverlangt werden können? Was? Ich muss mit meiner Therapie neu anfangen. Kann ich wieder Vertrauen mit einem Physiotherapeuten aufbauen? Sollte man privates lieber nicht erzählen? Bitte, würden Sie mir Ihre Antwort, an meine E- Mail schicken? Danke. Herzliche Guesse gez. Michael