Mit Stosswellen eine Operation umgehen

Stosswellengerät
Hanspeter Weber, MTR-Health & Spa AG

„Die Erfolgsrate liegt bei bis 80 Prozent“, Hanspeter Weber

Hanspeter Weber ist Gründer der MTR-Health & Spa AG mit Sitz in Wollerau SZ. Die Firma hat das PHYSIOZENTRUM Wetzikon und St.Gallen mit den Stosswellen-Therapiegeräten ausgerüstet.

Herr Weber, was sind Stosswellen eigentlich?

Stosswellen sind energiereiche, hörbare Schallwellen. Bei der Stosswellentherapie kann durch diese Schallwellen auf Körpergewebe eingewirkt werden, ohne eine Operationswunde zu verursachen. Bei der Zerstörung von Nieren- und Gallensteinen wird dieses Verfahren seit Jahren erfolgreich eingesetzt. Wegen der hohen Heilungschancen und des im Vergleich zur offenen Operation geringeren Risikos verbreitet es sich nun immer mehr.

Bei welchen Problemen wird die Stosswellentherapie angewendet?

Um nur einige zu nennen: Zur Behandlung von Kalkschultern und Schultergelenk-Erkrankungen, Fersensporn, Tennis- und Golf-Ellbogen, Pseudoarthrosen (nicht ausheilende Knochenbrüche), Triggerpunkte (Muskelverhärtungen), chronischen Sehnenerkrankungen, dem „Springerknie“, bestimmten Nackenschmerzen oder Schmerzen im unteren Rücken.

Stosswellengerät

Mit dem Therapiegerät werden mikroskopisch kleine Verletzungen verursacht. Der Körper reagiert mit erhöhter Durchblutung und Stoffwechseltätigkeit – der Heilungsprozess beschleunigt sich.

Wie sieht eine Behandlung aus?

Der Stosswellenkopf wird auf die Haut aufgesetzt und in kreisenden Bewegungen auf der erkrankten Stelle geführt. Auf ihr werden so mikroskopisch kleine Verletzungen gesetzt. Der Kaörper reagiert mit einer erhöhten Durchblutung und Stoffwechseltätigkeit. Dies löst den Heilungsprozess aus oder beschleunigt ihn.

Tut das weh?

Ausser bei Pseudoarthrosen wird in der Regel nicht örtlich betäubt. Von den meisten Patienten wird die Behandlung zwar als unangenehm, aber gut erträglich empfunden. Die Behandlung dauert im Schnitt auch nur ungefähr zehn Minuten. Als Nebenwirkungen rötet sich die Haut leicht. Gelegentlich treten kleinere Blutergüsse auf. Am Tag der Behandlung kann es zu einer Verstärkung der Beschwerden kommen, die am folgenden Tag aber wieder abklingen.

Wird die Stosswellentherapie in Kombination mit anderen Methoden angewendet?

Ja, sie kann durch Kryotherapie (gezielter Einsatz von Kälte, um einen therapeutischen Effekt zu bewirken) und manueller Therapie unterstützt werden.

Wie oft muss sie durchgeführt werden bis Resultate ersichtlich sind?

Dies hängt vom Befund ab. Wöchentlich ein- bis zweimal. Gesamthaft sind es fünf- bis sieben Behandlungen.

Und das wirkt?

Bei den bekannten Indikationen liegt die Erfolgsrate bei bis 80 Prozent.

Wann darf die Behandlung nicht durchgeführt werden?

Bei Schwangerschaft, Kindern, Herzschrittmachern und Krankenzustand (zum Beispiel Fieberzustand, Chemotherapie etc.). Bei Einnahme von Blutverdünnungs-Medikamenten (zum Beispiel Macumar), bei Thrombose, gasgefülltem Gewebe (Lungengewebe), grossen Gefässen und Nervensträngen im Behandlungsgebiet.

Hilft die Stosswellentherapie tatsächlich gegen Cellulite?

Ja, sie zeigt hervorragende Ergebnisse, was durch zahlreiche Studien belegt ist. Erst kürzlich wurde dazu wieder eine Studie veröffentlicht.

In St.Gallen ist das Physiozentrum die einzige Praxis, die die Stosswellentherapie anwendet, in Wetzikon eine von zwei. Warum setzen nicht mehr Physiotherapeuten die Behandlungsmethode ein?

Schweizweit bieten an die 60 bis 80 Physiotherapie-Praxen die Stosswellentherapie an. Die Physiotherapeuten können diese Therapieform nur über die Zusatzversicherung abrechnen. Der Patient mit der Grundversicherung bezahlt die Therapie aus der eigenen Tasche.

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