Fasziendistorsionsmodell: Wie Schmerzen schnell weggehen

Seit Februar dieses Jahres arbeite ich für das Physiozentrum in Wetzikon. In der Region bin ich wohl einer der Wenigen, vielleicht der Einzige, der das „Fasziendistorsionsmodell (FDM) nach Typaldos“ anwendet. Trotz ihrer Effizienz ist die Methode noch relativ unbekannt. Höchste Zeit, dass sich das ändert, denn je mehr darüber geforscht wird, desto mehr bisherige Erkenntnisse werden über den Haufen geworfen.

Bein, Fasziendistorsionsmodell

Mit dem Fasziendistorsionsmodell lassen sich unglaublich schnell Erfolge erzielen.

Faszien, oder vielleicht besser verständlich das Bindegewebe, wurden im Westen lange vernachlässigt. (Mehr darüber, was Faszien genau sind, lesen Sie in diesem Blog-Eintrag). Bisher wurde der Fokus vor allem auf die Anatomie wie man sie gemeinhin kennt, also Muskeln, Gelenke, Bandscheiben etc., gelegt. Das darüber liegende Bindegewebe wurde kaum beachtet. Nun reift aber immer mehr die Erkenntnis, dass die meisten Schmerzen auf Faszienstörungen, also Bindegewebsstörungen, zurückgehen. Mein Dozent in der Ausbildung meinte, dies würde einer kleinen Revolution in der Medizin gleichkommen. Das Konzept wurde bereits 1991 vom US-Amerikaner Stephen Typaldos entwickelt. In der Medizin sagt man allerdings, dass neue Erkenntnisse ein bis zwei Jahrzehnte brauchen, um sich durchzusetzen. So scheint es auch dem Fasziendistorsionsmodell zu ergehen.

Mit FDM werden sehr schnell Erfolge erzielt. Nicht erstaunlich also, dass Profisportler mit ihr behandelt werden. Die Therapie ist bei einer grossen Vielzahl von Problemen anwendbar, wie Arthrose, Bandscheibenvorfall, allgemeinen Rückenschmerzen, Tennisellbogen, Traumen, Überlastungen, Gelenkproblematiken aller Art, Bänder- und Meniskusprobleme. Auch Patienten mit jahrelangen Schmerzproblematiken können auf Besserung hoffen.

Die sechs Schmerztypen haben aber immer die folgenden Ausprägungen, hier erläutere ich die Vorgehensweise beim FDM anhand des Beispiels Nackenbeschwerden.

Zu Beginn der Therapie wird ein kurzer Test gemacht. Dafür beuge ich den Kopf des Patienten, lege ihn in den Nacken, mache eine Drehung und eine Neigung zu beiden Seiten. Der Patient sagt, wo die Bewegung eingeschränkt ist, beziehungsweise wo der Schmerz liegt. Je nach Schmerztyp wird eine andere Therapieform angewendet.

  1. Der Patient zeigt eine Linie an, entlang derer der Schmerz läuft – hinter dem Kopf Richtung Schulter oder Rücken.
  2. Der Patient zeigt auf einen einzelnen Punkt beim Knochen.
  3. Der Patient zeigt auf eine Störung im Gelenk – zeigt auf den Gelenkspalt zwischen den Knochen. Druck oder Zug, eines von beiden, fühlt sich gut an. Dies ist die einzige Störung wo „einrenken“, es „knacken lassen“ wie man sagt, Sinn macht.
  4. Der Patient zeigt an, dass ihn eine breite Fläche schmerzt.
  5. Der Patient zeigt auf einen Punkt im Gewebe oder der Muskulatur.
  6. Der Patient fühlt keine Schmerzen, nur seine Bewegung ist eingeschränkt.

Sehr häufig treten die Schmerztypen auch in Kombination auf. Je nach dem, wie lange die Einschränkung bereits vorhanden ist oder wie stark der Schmerz ist, dauert es etwas länger, sie wegzubekommen.

YouTube-Video FDM

Wie mit FDM therapiert wird: Die sechs Schmerztypen auf YouTube. Klicken Sie auf das Bild, um das Video zu sehen.

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