Was tun bei „Raucherlunge“

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Die Raucherlunge, wie der Volksmund COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) nennt, ist eine unheilbare Lungenkrankheit. Rauchen ist Hauptursache für 80 bis 90 Prozent der Fälle. Schätzungsweise 350‘000 bis 400‘000 Menschen leiden in der Schweiz unter ihr („Physiofacts“ vom März 2012). Obwohl die Raucherlunge so oft vorkommt, gibt es Missstände in der schweizweiten Umsetzung angemessener Therapieprogramme.

Das Hauptproblem im chronischen Verlauf bei COPD sind die Exazerbationen (Verschlechterungen). Jede Verschlechterung schwächt die Lunge, schädigt die Bronchien, lässt die Muskelkraft schwinden. Die Lebensqualität leidet. Nicht selten landen die Patienten mit einer Verschlechterung im Notfall oder auch für ein paar Tage stationär im Spital. Eine ebenso unangenehme und kostspielige wie unnötige Tatsache.

Veränderungen in den sogenannten “Leitsymptomen” – Atemnot, Husten und Auswurf – deuten auf eine Verschlechterung hin. Deren frühzeitiges Erkennen und rechtzeitiges, richtiges Handeln des Patienten sind der Schlüssel um ihn aus dem Spital zu halten. Selbstmanagement ist ein Grundpfeiler der Behandlung und des so genannten COPD-Coachings. Studien haben gezeigt, dass Patienten auf diese Weise 40 Prozent weniger hospitalisiert werden und 40 Prozent weniger Notfallkonsultationen beanspruchen müssen.

Die besten Mittel gegen Verschlechterungen sind, natürlich, der Rauchstopp und regelmässige körperliche Aktivität. Aufgrund der Atemnot bewegen sich Lungenkranke weniger, und verlieren so Kraft und Ausdauer. Teil des Coachings ist auch das Erlernen der korrekten Inhalations- und Atemtechnik sowie Prävention durch die Grippeimpfung.

Mit einem Zürcher Team habe ich als spezialisierte Physiotherapeutin das kanadische Programm «Living well with COPD» für die Schweiz adaptiert und es erstmals in die Grundversorgung implementiert. Aus verschiedenen Gründen hapert es aber bei der (schweizweiten) Umsetzung. Hausärzte versäumen es oft, die nicht-medikamentöse Therapie einzuleiten oder stellen die Diagnose spät oder unkorrekt. Problematisch ist auch, dass es viele Patienten gibt die spät oder gar nie zum Arzt gehen. Darüber hinaus existieren in der Schweiz personelle Engpässe (zu wenige auf COPD geschulte Fachpersonen und Grundversorger), Vorbehalte gegenüber Selbstmanagement-Schulungen sowie Lücken in der Vergütung. In der Struktur der bereits existierenden Rehabilitationsprogramme fehlt der Fokus auf das lebenslange Training. Die Lungengruppe, die sich zweimal in der Woche im Physiozentrum Wetzikon trifft, versucht diese Lücke zu füllen.

Kaba Dalla Lana ist Physiotherpaeutin mit den Spezialgebieten Lungenphysiotherapie und COPD-Coaching. Sie leitet in Wetzikon ausserdem die Lungengruppe. Einen Film über COPD finden Sie bei Lunge Zürich, die ausserdem ein umfangreiches Kursprogramm für Ihre Lungengesundheit anbietet.

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