Bewegung und Gleichgewichtstraining – Wundermittel gegen Parkinson?

Parkinson
Balance halten

Gleichgewichtsübungen geben dem Parkinson-Patienten Sicherheit beim Gehen und Stehen.

Parkinson tritt meist zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf, sehr selten vor dem 40. Lebensjahr. Der fortschreitende Dopaminmangel bei der Krankheit wirkt sich negativ auf die Steuerung der Muskulatur aus. Dies zeigt sich dann in Symptomen wie Rigor (Starrheit), Tremor (Zittern), Bradykenesie (langsamere Bewegung) oder posturaler Instabilität (Instabilität in der aufrechten Körperhaltung).

Wie verschiedene Studien belegen, bringt in der Behandlung von Parkinsonpatienten regelmässige Bewegung einen hohen Nutzen. Es konnte nachgewiesen werden, dass Patienten von Bewegungstherapie stark profitierten: Sie konnten schneller gehen, hatten eine bessere Reaktion, wurden kräftiger und konnten ihre Arme wieder besser bewegen.

Ein Wundermittel ist Training nicht – Parkinson lässt sich nicht heilen. Aber immerhin:
Mindestens 50 Prozent des Therapieerfolgs soll auf Bewegungstherapie zurückgehen, so das Fazit der Forscher. In einer anderen Studie hat sich durch Gleichgewichtstraining – allein und in Kombination mit Krafttraining – die Geh- und Standsicherheit bedeutend verbessert. Intensives Krafttraining erhöhte ausserdem die Kraft in den beteiligten Muskelgruppen.

Trotz dem Mehrwert, den Bewegungstherapie bringt, wird sie wegen der guten pharmakologischen und chirurgischen Möglichkeiten leider selten erwähnt und eingesetzt. Allerdings kann die beste Medizin am inaktiven Patienten keine ausreichende Wirkung entfalten.

Deshalb ist bei Parkinson einerseits Aufbau und Training der Muskulatur, andererseits die Förderung der Koordination sehr wichtig. Diese Bewegungsabläufe müssen erlernt werden und möglichst in die Alltagsbewegungen eingebunden werden. Sonst fallen Parkinsonpatienten schnell wieder in die alten Gewohnheiten zurück. Physiotherapie kann das Leben dadurch entscheidend verändern. Anhalten tut die Wirkung aber nur, wenn das Training regelmässig erfolgt

Bewegungsmangel führt bei jedem zu Beeinträchtigungen im Muskel-Skelett-System – beim Parkinsonpatienten, der sich wegen seiner Krankheit noch seltener bewegt, ist dies um so mehr der Fall!

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